{"id":1091,"date":"2014-10-20T04:05:39","date_gmt":"2014-10-20T04:05:39","guid":{"rendered":"http:\/\/themecanon.com\/themes\/sport\/?page_id=1091"},"modified":"2025-02-10T17:17:32","modified_gmt":"2025-02-10T16:17:32","slug":"vfl-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/index.php\/vfl-geschichte\/","title":{"rendered":"Die Geschichte des VfL Rheinhausen"},"content":{"rendered":"\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorwort des Verfassers &#8211; Lothar Schr\u00f6der<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>100 Jahre sind ein langer und in seiner Ereignisvielfalt nur schwer vorstellbarer Zeitraum, selbst wenn der Blick in die Vergangenheit auf das enge Umfeld des Vfl Rheinhausen begrenzt bleibt. Betrachtet man die Zeitspanne zwischen 1895 und 1995, so zeigt es sich, da\u00df der Verein immer ein \u201eKind seiner Zeit\u201c war, mit all seinen Bl\u00fctezeiten, aber auch kleineren und gr\u00f6\u00dferen Krisen. Angesichts jener wechselvollen Geschichte ist das nunmehr 100-j\u00e4hrige Bestehen des VfL Rheinhausen mehr als nur bemerkenswert. Diese Konituit\u00e4t ist zugleich ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df es der Verein in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten verstanden hat, alle R\u00fcckschl\u00e4ge erfolgreich zu meistern. Heute ist der VfL Rheinhausen als Gro\u00dfverein aus der Sportszene Duisburgs nicht mehr wegzudenken.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Seine Wiege stand in Oestrum, wo im Oktober des Jahres 1895 in der Gastst\u00e4tte Kaisers, heute J\u00e4gerhof, 39 M\u00e4nner den \u201eTurnverein Oestrum&#8220; gr\u00fcndeten. Es ist ein f\u00fcr den Duisburger Westen \u00fcberaus bedeutungsvolles Ereignis, denn mit dem TV Oestrum beginnt \u00fcberhaupt erst die Geschichte des Sports in Rheinhausen.<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Lothar Schr\u00f6der schrieb die die Geschichte und Geschichten zu den ersten 100 Jahren des VfL Rheinhausen anl\u00e4\u00dflich des 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des Vereins im Jahre 1995<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Zugleich war der Verein von Beginn an ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen, nicht allein zur Aus\u00fcbung ihres Sports &#8211; traditionell war dies ausschlie\u00dflich das Turnen -, sondern auch, um mit und in der Gemeinschaft die Freizeit zu verbringen und zu gestalten, wie etwa mit den legend\u00e4ren Auff\u00fchrungen von Theaterst\u00fccken. Mit anderen Worten: Der VfL Rheinhausen, der sich aus den \u201eQuellen\u201c insgesamt vierer Vereine speiste und 1971 aus der Fusion von TV Oestrum und Tura Bergheim hervorging, war und ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens seines Stadtteils. Dies will auch die hier vorliegende Chronik zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen des Vereins dokumentieren. So finden neben den sportlichen Entwicklungen auch gesellschaftliche Aktivit\u00e4ten des Vereins ausf\u00fchrliche Erw\u00e4hnung. Denn die 100-j\u00e4hrige Geschichte des VfL Rheinhausens ist auch eine Sammlung von \u201eGeschichten\u201c und Episoden, die von der Lebendigkeit des Vereins erz\u00e4hlen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die 100-j\u00e4hrige Geschichte des VfL Rheinhausen l\u00fcckenlos wiederzugeben ist angesichts der zahlreichen Menschen, die diesen Verein gepr\u00e4gt haben, sowie der vielen Ereignisse, die sich seit 1895 im Umfeld des Vereins zugetragen haben, ein hoffnungsloses Unterfangen. Mit dieser kurzen Einf\u00fchrung ist daher auch die Bitte um Nachsicht verbunden, da\u00df nicht jedes verdienstvolle Vereinsmitglied und nicht jedes Detail Eingang in die Chronik finden konnte. Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch all jenen danken, die mich bei meinen Nachforschungen mit wertvollen Hinweisen und Anregungen unterst\u00fctzt haben. Stellvertretend seien an dieser Stelle Karl W. Klobes und die Mitarbeiter des Duisburger Stadtarchivs genannt.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Gr\u00fcndung des TV Oestrum<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Wer heute auf dem kleinen Platz an der Eichenstra\u00dfe in Oestrum steht, kann ohne weiteres den Eindruck gewinnen, als sei hier das Rad der Zeit vor vielen Jahren ganz einfach angehalten worden: <br \/>Noch immer stehen hier die alten Grafschafter Geh\u00f6fte, die Gastst\u00e4tte ,,J\u00e4gerhof\u201c und auf der kleinen Wegekreuzung &#8211; eingez\u00e4unt vom schmiedeeisernen Gitter &#8211; die alte Friedenseiche, die zwar von belgischen Besatzungssoldaten nach dem Ersten Weltkrieg gef\u00e4llt wurde, deren Stamm aber wieder ausschlug. Daher erscheint das heutige Ortsbild fast wie eine unverf\u00e4lschte historische Kulisse der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2726\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/J\u00e4gerhof-Oestrum-1024x739.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"346\" \/>\r\n<figcaption>Der J\u00e4gerhof auf der Eichenstra\u00dfe mit der Friedenseiche im Vordergrund<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nicht viel anders d\u00fcrfte das Ortsbild ausgesehen haben, als vor genau 100 Jahren an dieser Stelle der \u00e4lteste Sportverein Rheinhausens, der Turnverein Oestrum, gegr\u00fcndet wurde. 39 Turnwillige hatten sich am 21. Oktober im ,J\u00e4gerhof\u201c (Kaiser) eingefunden, um einen Verein zu gr\u00fcnden, der &#8211; nach einigen Fusionen und um zahlreiche andere Sportarten erweitert &#8211; unter dem Namen VfL Rheinhausen noch heute Bestand hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als Gr\u00fcndungsv\u00e4ter des Vereins durften sich an diesem denkw\u00fcrdigen Tag Heinrich Alefs, Friedrich Banze, Dietrich B\u00e4umken Johann B\u00e4umken, Johann Bendmann, Dietrich Bister, Wilhelm Bovenschen, Michael Dams, Gottfried Daniels, Hermann Dunker, Heinrich Fr\u00fctel, Friedrich Gores, Johann Isermann, Wilhelm lwen, Heinrich Kaiser, Jakob Kamann, Heinrich Kersken, Peter Kersken, Gottfried Keusemann, Heinrich Kimpel, Martin Komp, Friedrich Kr\u00f6lls, Jakob Kr\u00f6lls, Johann Kr\u00f6lls, Gerhard Kroppen, Wilhelm Maa\u00dfen, Wilhelm Ne\u00dfbach, Friedrich Rosin, Johann Ruiters, Arnold Schefels, Johann Schl\u00fcnken, Hermann Schmitz, Wilhelm Schrooten, August Spie\u00df, Jakob Vox, Wilhelm Vox, Johann Wirtz und Wilhelm Zimmermann in die nunmehr 100 Jahre w\u00e4hrende Geschichte des Vereins eintragen.<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Opa Wirtz - Ein Vorturner mit Mumm.<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Noch vielen Oestrumer Sportlern in bester Erinnerung d\u00fcrfte aus diesem Kreis der Vereinsgr\u00fcnder Johann Wirtz sein, der liebevoll und anerkennend Opa Wirtz\u201c genannt wurde und seinem Verein \u00fcber 69 Jahre die Treue hielt. Am 6. M\u00e4rz 1965 verstarb Johann Wirtz im Alter von 88 Jahren. Opa Wirtz war noch ein Turner der ganz alten Schule: Er galt als \u00fcberaus gelenkig und besa\u00df zudem den n\u00f6tigen \u201eMumm\u201c, um sich an den verschiedenen Ger\u00e4ten auszuzeichnen. Bei den \u00dcbungsstunden im Kaiser\u2019schen Saale war er einer der eifrigsten und turnte mit Vorliebe am anspruchsvollen Pferd. Schon bald hatte er sich ein hohes Ma\u00df an turnerischem K\u00f6nnen angeeignet, so da\u00df er als einer der ersten beim TV Oestrum mit der verantwortungsvollen Aufgabe des Vorturners bedacht wurde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Vereinsgr\u00fcndung von 1895, mit der zugleich der Anschlu\u00df an die 1868 gegr\u00fcndete Deutsche Turnerschaft (DT) beschlossen wurde, hatte f\u00fcr das noch ganz und gar d\u00f6rflich gepr\u00e4gte Oestrum sicherlich den Stellenwert eines kleinen \u201egesellschaftlichen Ereignisses\u201c, zumal zu dieser Zeit hier gerade einmal 916 Einwohner lebten. Zwar hatten seit 1884 Bergbau und Industrie im Moerser Raum Fu\u00df gefa\u00dft, doch ist die industrielle Entwicklung des Rheinhauser Siedlungsgebietes st\u00e4rker verbunden mit dem Namen der Firma Friedrich Alfred Krupp. So verdichteten sich im Jahre 1895, also dem Gr\u00fcndungsjahr des TV Oestrum, die Ger\u00fcchte, Krupp wolle sich mit einem H\u00fcttenwerk am Rhein niederlassen. M\u00f6glicherweise d\u00fcrfte die damit verbundene Aussicht eines Bev\u00f6lkerungsanstiegs auch die Pl\u00e4ne vorangetrieben haben, in Oestrum einen Turnverein aus der Taufe zu heben. Noch st\u00e4rker aber wirkten zweifelsohne die sportlichen Vorbilder aus der Nachbarschaft: So hatten sich in Moers bereits 1850 und in Homberg 1878 Turnvereine gegr\u00fcndet. Und so waren es auch zwei Hornberger Turner, Teves und Aldenhoff, die in den Anfangsjahren tatkr\u00e4ftig Aufbauarbeit in Oestrum leisteten, in erster Linie auf sportlichem Gebiet als Vorturner.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"660\" class=\"wp-image-3203\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-1-1024x660.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-1-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-1-300x193.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-1-768x495.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>Vorstandsmitglieder, Turner und Handballer mit der 4-F-Fahne vor dem Vereinslokal \u201eJ\u00e4gerhof\u201c von Fritz Schulz. Ganz rechts Vorsitzender Heinrich Bergmann (Foto aus den 30er Jahren).<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das genaue Gr\u00fcndungsdatum des TV Oestrum l\u00e4\u00dft sich hingegen nicht exakt bestimmen. Fest steht, da\u00df es am besagten 21 . Oktober des Jahres 1895 zu der denkw\u00fcrdigen Versammlung im J\u00e4gerhof kam. Doch schon am 19. Oktober erreicht das Homberger B\u00fcrgermeisteramt ein Schreiben, mit dem die Satzung des TV Oestrum \u201egehorsamst zur Vorlage gebracht\u201c wird, ,,in der Hoffnung, keine fehlbitte gethan zu haben.&#8220; Und die Satzung selbst tr\u00e4gt den Vermerk: ,,gestiftet am 29. September 1895\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Wort \u201egestiftet\u201c ist hier in seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung im Sinne von \u201egr\u00fcnden\u201c und ,,ins Werk setzen\u201c zu lesen. Da\u00df dabei nicht nur ein paar Vordenker die Satzung erarbeitet haben, sondern da\u00df es zu diesem Zeitpunkt schon zu einer Gr\u00fcndung gekommen sein mu\u00df, belegt auch der Anhang der Satzung, in dem bereits der gesamte Vorstand mit Arnold Schefels an der Spitze namentlich aufgef\u00fchrt wird. Die Oestrumer Turner hatten sehr genaue Vorstellungen von dem, was ihr neuer Verein zu leisten hatte. So hei\u00dft es gleich im ersten Paragraphen der Satzung:<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - \u00a71 der Satzung: Der Zweck des Vereins ist Kr\u00e4ftigung und Veredelung des B\u00fcrgers und des Geistes durch Ausbildung in n\u00fctzlichen k\u00f6rperlichen Besserungen und Zuneigung der vorz\u00fcglichen geistigen Eigenschaften der Turner im Sinne des Wahlgru\u00dfes: \u201eFrisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei!\u201c<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>&#8222;Der Zweck des Vereins ist Kr\u00e4ftigung und Veredelung des B\u00fcrgers und des Geistes durch Ausbildung in n\u00fctzlichen k\u00f6rperlichen Besserungen und Zuneigung der vorz\u00fcglichen geistigen Eigenschaften der Turner im Sinne des Wahlgru\u00dfes:<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\">\u201eFrisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei!\u201c<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p>ferner Wirken f\u00fcr allgemeine Verbreitung turnerischer \u00dcbungen. \u201eHier wehte noch kr\u00e4ftig der Geist von Friedrich Ludwig Jahn, besser bekannt als \u201eTurnvater Jahn\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Seinen Idealen f\u00fchlten sich die Oestrumer verpflichtet, was sie auch unmi\u00dfverst\u00e4ndlich mit der \u201e4-F-Fahne\u201c ,,Frisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei&#8220; &#8211; zum Ausdruck brachten. Jahn sah in den turnerischen \u00dcbungen eine Kr\u00e4ftigung der Jugend zur Verteidigung des Vaterlandes, einen Zweck, an den im Oestrumer Turnverein noch bei den in der Anfangszeit j\u00e4hrlich stattfindenden \u201eRekrutenabschiedsfeiern\u201c nachdr\u00fccklich erinnert wurde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Deutlich zu sp\u00fcren ist dies aber auch noch in der strengen Turnordnung des Vereins, die heutzutage eher an einen Kasernenhof als an einen Sportplatz denken l\u00e4\u00dft: &#8222;Jeder Turner hat die vorgemachte \u00dcbung nachzumachen, wenigstens zu versuchen, und darf nicht geflissentlich \u00c4nderungen daran vornehmen. Er tritt darauf in seine Stelle ins Glied zur\u00fcck.&#8220; Doch auch an Sicherheitsma\u00dfnahmen bei der Aus\u00fcbung ihres Sports dachten die Gr\u00fcnder des TV Oestrums, f\u00fcr Turner und Zuschauer gleicherma\u00dfen. So durfte niemand an einem Ger\u00e4t turnen, \u201ewas er nicht im Stand oder Sprung erreichen kann\u201c, w\u00e4hrend Schaulustige \u201enur in geh\u00f6riger Entfernung von den Ger\u00e4ten und \u00dcbungspl\u00e4tzen sich aufhalten und nicht zu den Riegen herantreten\u201c durften.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der TV Oestrum war als erster Verein im Rheinhauser Raum Wegbereiter des Sports f\u00fcr unseren Stadtteil. Da\u00df der Turnsport aber auch generell eine noch junge Bewegung war, wird eindrucksvoll in der Mitgliederstruktur des Vereins dieser Anfangsjahre deutlich. So kann aus heutiger Sicht das Durchschnittsalter der Oestrumer Turnbegeisterten nur verwundern: Nach einer Liste aus dem Jahre 1896 waren 32 der insgesamt 45 Mitglieder nicht \u00e4lter als 25 Jahre, 14 von ihnen z\u00e4hlten dabei nicht einmal 20 Jahre. Erstaunlich auch das Alter der Vorstandsmitglieder: Im Gr\u00fcndungsjahr war der Erste Vorsitzende Arnold Schefels 24 Jahre und sein Stellvertreter Johann Bendmann nur 19 Jahre alt. Kein Mitglied des Vorstandes war \u00e4lter als 24 Jahre, bis auf eine Ausnahme, f\u00fcr die sich wiederum eine plausible Erkl\u00e4rung finden l\u00e4\u00dft. Denn der 36j\u00e4hrige \u201eOldtimer&#8220; des Vorstandes, Heinrich Kaiser, bekleidete immerhin das Amt des \u201eGeldwartes&#8220;, wozu es nach Meinung der Oestrumer ganz offensichtlich einer gewissen Erfahrung und Weisheit bedurfte.<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Turnordnung: Jeder Turner hat die vorgemachte \u00dcbung nachzumachen, wenigstens zu versuchen, und darf nicht geflissentlich \u00c4nderungen daran vornehmen. Er tritt darauf in seine Stelle ins Glied zur\u00fcck.<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Neben den ersten sportlichen Aktivit\u00e4ten, die mit Ehrgeiz und Erfolg im Saale der Gastst\u00e4tte Kaisers betrieben wurden &#8211; schon bald schm\u00fcckten die errungenen Siegerkr\u00e4nze die ganze R\u00fcckwand des Turnsaales-, nahmen von Beginn an auch Festivit\u00e4ten einen hohen Stellenwert im Verein ein. Zu den regelm\u00e4\u00dfigen Veranstaltungen z\u00e4hlten die Stiftungsfeste, Abschiedsfeste f\u00fcr \u201edie zum Milit\u00e4r scheidenden Genossen&#8220; mit einem \u201egeschlossenen Tanzkr\u00e4nzchen\u201c und turnerischen Auff\u00fchrungen, sowie Winterfeste. Ein gro\u00dfes \u201eWett-Turnen&#8220; stand bereits im Mai 1898 auf dem Programm, an dem, wie es der offiziellen Anmeldung beim B\u00fcrgermeisteramt zu entnehmen ist, unter anderem Vereine aus Homberg, Essenberg, Moers, Orsoy und Baerl teilnahmen. Trotz der vielfachen Aktivit\u00e4ten wuchs der Verein in den ersten Jahren jedoch nur unwesentlich. So z\u00e4hlte der TV Oestrum im Jahr des gro\u00dfen Wett-Turnens nur 51 Mitglieder, also gerade einmal sechs Turner mehr als im Jahre 1896.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als ein erster H\u00f6hepunkt im Vereinsleben des TV Oestrum darf sicherlich das gro\u00dfe Stiftungsfest zum 15 j\u00e4hrigen Bestehen des Vereins angesehen werden. Verbunden wurde das Jubil\u00e4um mit einem \u201evolkst\u00fcmlichen Bezirks-Wetturnen&#8220;, das am 18. und 19. Juni des Jahres 1910 \u201eim Lokale des Genossen H. Pauels&#8220; und auf dem Festplatze ausgetragen wurde. Bei den unterschiedlichen Wettk\u00e4mpfen standen turnerische \u00dcbungen eher im Hintergrund, wie es im Festprogramm nachzulesen ist: Disziplinen wie Steinsto\u00dfen, Kugelsto\u00dfen, H\u00fcrdenlaufen, DreiballLaufen und Tauziehen wurde den Besuchern geboten. Einen fr\u00f6hlichen Ausklang fand dieses erste gro\u00dfe Stiftungsfest des TV Oestrum mit einem Festball.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"813\" class=\"wp-image-3211\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-2-1024x813.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-2-1024x813.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-2-300x238.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Gr\u00fcndung-TV-Oestrum-Bild-2-768x610.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>Ein Bild aus Ur-Urgro\u00dfvaters Zeiten (1895). Die \u201ePioniere&#8220; der Oestrumer Turner drapieren sich f\u00fcr den Fotografen malerisch in die Landschaft. Im Hintergrund ist vor ihrem Vereinslokal \u201eJ\u00e4gerhof&#8220; die bekannte Oestrumer Friedenseiche zu erkennen, noch recht klein und jung im Jahre 1895.<br \/>Die Eiche wurde nach dem deutsch-franz\u00f6sischen Krieg 1870 \/ 71 gepflanzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie von den belgischen Besatzungssoldaten abgeschlagen, trieb jedoch wieder aus und ist heute wieder ein stattlicher Baum. Die Oestrumer Dorfstra\u00dfe = Eichenstra\u00dfe.<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine erste gr\u00f6\u00dfere Unterbrechung in der Entwicklung des Vereins gab es dann ab dem Jahre 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Da\u00df Turnvereine auch zu dieser Zeit noch als eine Art Vor\u00fcbung f\u00fcr den milit\u00e4rischen Dienst angesehen wurden, zeigte sich jetzt auch beim TV Oestrum. So behandelt die Hauptversammlung des Vereins am 2. September 1914 &#8211; also einen Monat nach Kriegsausbruch &#8211; als einzigen Tagesordnungspunkt das Thema der \u201eKriegsunterst\u00fctzung&#8220;. In den folgenden Monaten wurden immer mehr Vereinsmitglieder zum Milit\u00e4r eingezogen. Zwar versuchten die Oestrumer die sportlichen Aktivit\u00e4ten zun\u00e4chst wenigstens noch mit dem Nachwuchs aufrechtzuerhalten, doch war es nur eine Notl\u00f6sung. Im Laufe des Krieges mu\u00dften nahezu alle aktiven Turner in den Krieg ziehen, so da\u00df der Turnbetrieb schlie\u00dflich ganz zum Erliegen kam.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-medium-font-size\">Von den Oestrumer Turnern, die zwischen 1914 und 1918 in den Krieg zogen, fanden 14 den Tod.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Frauen kommen!<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Es mag eine Art Omen gewesen sein, da\u00df ausgerechnet im Jahr der Vereinsgr\u00fcndung des TV Oestrum das Frauenturnen in der Deutschen Turnerschaft aufgenommen wurde. Denn 1924 macht sich eine Bergheimer Lehrerin auf, das Frauenturnen auch beim TV Oestrum zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe werden zu lassen.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es ist die Turnlehrerin Anni Senneberg, die &#8211; unterst\u00fctzt von ihrem Lehrerkollegen und sp\u00e4terem Vereinsvorsitzenden Heinrich Bergmann &#8211; sich dem Verein anschlo\u00df und eine Abteilung f\u00fcr Turnerinnen ins Leben rief. F\u00fcr den Aufbau der neuen Abteilung war es \u00fcberaus hilfreich, da\u00df sie an der Pickertschule Sport unterrichtete und bei vielen Kindern der Oestrumer Volksschule f\u00fcr den Sport und damit selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr den Verein werben konnte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"635\" class=\"wp-image-3197\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Die-Frauen-kommen-1931-1024x635.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Die-Frauen-kommen-1931-1024x635.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Die-Frauen-kommen-1931-300x186.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Die-Frauen-kommen-1931-768x476.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>Bildlegende: Dieses freundliche Team fand stets begeisterte Begleiter (Foto 1931). Kniend (von links nach rechts): Anneliese Kroppen, K\u00e4the Alefs, K\u00e4the Kreusemann, Gunda Kaisers, Grete Kr\u00f6lls.<br \/>Stehend (von links nach rechts): Johann Kreusemann (Begleiter), Grete Kreusemann, Elisabeth Kl\u00f6best, Olga Backes, Waltraud Lehmann, dahinter stehend: Trainer Gerd Bovenschen, Gertrud Alefs, Mia Harting und Fritz Schefels (Begleiter).<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des Frauenturnens wurde damit der Grundstein gelegt f\u00fcr unsere Aktivit\u00e4ten im\u00a0Damensport. So ging Anfang der 1930er Jahre wiederum aus der Turnabteilung eine Damenhandballmannschaft hervor, die erste \u00fcberhaupt in ganz Rheinhausen. Schon nachw\u00fcrzet Zeit besa\u00df sie den Ruf einer ungemein spielstarken Mannschaft, die in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in der Kreis- und Bezirksklasse um Punkte rang. Gespielt wurde \u00fcbrigens auch im Damenhandball auf dem Gro\u00dffeld.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Anders als beim Aufbau einer Frauenturnabteilung waren es diesmal m\u00e4nnliche Vereinsmitglieder, die sich der Handballerinnen annahmen. Einen wesentlichen Anteil daran hatten Gerd Bovenschen als Trainer sowie Johann Kreusemann als Mannschaftsbetreuer.<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Grethe Benninghoff: Ich habe mir auf dem Spielfeld l\u00e4ngst nicht alles gefallen lassen!<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Dass die Oestrumer Handballdamen sich auf dem Spielfeld durchzusetzen wu\u00dften, dar\u00fcber gibt eine kleine Episode Auskunft, an die sich Grethe Benninghoff noch gerne erinnert. Sie spielte in der Mannschaft als Verteidigerin und dies mit entsprechendem Kampfgeist. Als ihr eine Gegnerin vom TV Kamp-Lintfort w\u00e4hrend des Spiels einen ordentlichen Tritt in den Hinternverpasste, da musste Grethe Benninghoff nicht lange \u00fcberlegen und revanchierte sich auf gleiche Weise. \u201eIch habe mir auf dem Spielfeld l\u00e4ngst nicht alles gefallen lassen\u201c, erkl\u00e4rt sie ihren ungew\u00f6hnlichen Einsatz, der im Spiel keine weiteren Konsequenzen nach sich zog. Denn dem Schiedsrichter, darauf hatte die mit allen Wassern gewaschene Verteidigerin im Eifer des Gefechts sehr wohl geachtet, blieb dieser \u201eAustausch von Frau zu Frau\u201c verborgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Oestrumer und Bergheimer \u201eTurn-Theater\u201c<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Wie gesellig es im Verein auch au\u00dferhalb des Sportgeschehens zuging, zeigt eine Unternehmung, die heutzutage in Sportvereinen fast undenkbar ist: die Theatergruppe des TV Oestrum.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In den Jahren 1931 bis 1933 fand sich eine Gruppe von Vereinsmitgliedern, die St\u00fccke inszenierte und diese mit gro\u00dfem Erfolg zur Auff\u00fchrung brachte. So waren die Vorstellungen von \u201eDer H\u00f6lle von Marokko entronnen&#8220; (1931 ), ,,Der Schmied von Ruhla&#8220; (1932) und \u201eDeutsche Frauen &#8211; Deutsche Treue&#8220; (1933) immer ausverkauft und mu\u00dften jeweils ein zweites Mal aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3199\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Theatergruppe-1024x531.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Theatergruppe-1024x531.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Theatergruppe-300x156.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Theatergruppe-768x398.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/>\r\n<figcaption>Unsere Theatergruppe nach einer Vorf\u00fchrung im Jahre 1932<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>,,F\u00fcr uns Dorfler war das Theaterspielen nat\u00fcrlich sehr interessant&#8220;, erinnert sich Grete Neu, die zum \u201eEnsemble&#8220; der Laienschaupieler beim TV Oestrum geh\u00f6rte. Theater in Oestrum &#8211; das war etwas Neues und Unbekanntes. Und so mu\u00dfte Grete Neu damals als junges M\u00e4dchen bei ihren Eltern s\u00e4mtliche \u00dcberredungsk\u00fcnste aufbieten, um die Erlaubnis zu bekommen, im \u201e Turn-Theater&#8220; mitwirken zu d\u00fcrfen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Oestrumer Schauspieltruppe verstand es, die individuellen F\u00e4higkeiten der Mitglieder f\u00fcr ihre Theaterpl\u00e4ne zu nutzen: Der Friseur Dietz Alefs war f\u00fcr den Bereich der \u201eMaske&#8220; zust\u00e4ndig, w\u00e4hrend Willi lwen als gelernter Schneider und Mitarbeiter beim Duisburger Stadttheater f\u00fcr die Kost\u00fcme sorgte. Und die Kulissen wurden mit viel Aufwand eigenh\u00e4ndig gezimmert. Nun fehlte nur noch ein geeigneter Auff\u00fchrungsort, der in der Gastst\u00e4tte von Pauels ausfindig gemacht werden konnte. Obwohl die Gastst\u00e4tte nicht das Vereinslokal des TV Oestrum war, wurden hier alle drei St\u00fccke gespielt, da die gro\u00dfe B\u00fchne der Inszenierung viele M\u00f6glichkeiten bot. In der Theatergruppe, die leider nur drei Jahre Bestand hatte, wirkten unter anderem Dietz Alefs, Gerd Bovenschen, Gerd Fr\u00fctel, Walter Keusemann, Hans und Grete Neu, Jakob Paschmann und Heinrich Spie\u00df mit.<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Volksb\u00fchne Bergheim zeigte Operetten wie: Winzer Liese! und Der Wilddieb!<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch im kulturellen Bereich wollten die Sportler des Tura Bergheim ihrem Nachbarn aus Oestrum nicht nachstehen. Und so begannen Anfang der 30er Jahre auch die Bergheimer mit dem Theaterspielen. Unter dem Namen \u201eVolksb\u00fchne Bergheim&#8220; wurden hier bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zahlreiche St\u00fccke gespielt, darunter so aufwendige Inszenierungen wie die Operette \u201eWinzer Liese!&#8220; und \u201eDer Wilddieb&#8220;. Die Bergheimer Volksb\u00fchne konnte sich schon bald mit ihren Theaterst\u00fccken einen wohlklingenden Namen erwerben und ging mit ihren St\u00fccken sogar auf \u201eTournee&#8220;. So gastierten die Laienschauspieler mit einer Auff\u00fchrung unter anderem in Holderberg.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die \u201etheatralische Neigung&#8220; beider Turnvereine erscheint heute als Kuriosit\u00e4t, doch wird daran auch deutlich, welche gro\u00dfe Bedeutung die Sportvereine dieser Jahre auch f\u00fcr das gesellschaftliche Leben spielten.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die erfolgreichen 20er und 30er Jahre<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Gegen Ende der 20er und zu Beginn der 30er Jahre hatten die beiden Vereine von TV Oestrum und TuRa Bergheim ihre erste gro\u00dfe Bl\u00fctezeit. Das Vereinsleben erlebte einen immensen Aufschwung, was sich auch in den sportlichen Erfolgen niederschlug.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bestes Beispiel hierf\u00fcr sind neben den Handballmannschaften beider Vereine auch die beachtlichen Erfolge der Bergheimer Fu\u00dfballer: So eilte die 1. Fu\u00dfballmannschaft unter ihrem Spielf\u00fchrer Heinrich M\u00fcller von Sieg zu Sieg und schaffte innerhalb von nur f\u00fcnf Jahren den Aufstieg von der untersten Klasse bis in die Bezirksklasse, ehe es nach 1933 zu einer Neueinteilung der Spielklassen kam. Insbesondere f\u00fcr TuRa Bergheim wurde der Aufschwung des Vereins auch zu einem Problem. Denn durch den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Spielbetrieb drohte die alte Sportanlage von der Zeche Mevissen mit der Zeit aus allen N\u00e4hten zu platzen. Aus diesem Grund begab sich der Vorstand Ende der 20er Jahre auf die Suche nach einer neuen und vor allen Dingen gr\u00f6\u00dferen Vereinsanlage. F\u00fcndig wurde man schlie\u00dflich an der Moerser Stra\u00dfe, obgleich das Grundst\u00fcck eher einem verwilderten Sumpfgel\u00e4nde glich. Doch w\u00e4hlerisch durften die Bergheimer Sportler nicht sein, und so wurde das Gel\u00e4nde der Familien Schrooten und Peschmann gepachtet und mit gro\u00dfem Arbeitseinsatz zu einem Sportplatz ausgebaut. Zun\u00e4chst mu\u00dften sich TuRa-Sportler als Holzf\u00e4ller bet\u00e4tigen und hier ein kleines W\u00e4ldchen roden, ehe die Fl\u00e4che in m\u00fchevoller Arbeit geebnet werden konnte. Schlie\u00dflich wurden Schienen zur Moerser Stra\u00dfe verlegt, auf denen Loren der Zeche die rote Asche herbeischafften. Schon im August des Jahres 1930 konnte die neue Anlage feierlich einge-weiht werden. Da die Umkleider\u00e4ume erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, dienten in diesen Jahren die Kellerr\u00e4ume der nahegelegenen Gastst\u00e4tte Bendmann als Ausweichquartier. Stellvertretend f\u00fcr die zahlreichen Mitglieder, die sich mit gro\u00dfem Engagement in diesen Jahren f\u00fcr ihren Verein einsetzten, seien an dieser Stelle Peter Maa\u00dfen und WilhelmViethen genannt, die zehn beziehungsweise zw\u00f6lf Jahre lang als Vorsitzende des TuRa Bergheim die Geschicke des Vereins lenkten und das Vereinsleben entscheidend zu pr\u00e4gen wu\u00dften.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"636\" class=\"wp-image-3220\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1.Fu\u00dfballmannschaft-1024x636.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1.Fu\u00dfballmannschaft-1024x636.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1.Fu\u00dfballmannschaft-300x186.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1.Fu\u00dfballmannschaft-768x477.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>1. Fu\u00dfballmannschaft 1919\/20<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Einen ganz wesentlichen Anteil an dieser positiven Entwicklung des Oestrumer Sports hatte die Fusion der Turnvereine von 1895 und der TV Rheineiche im Jahre 1928. Neben der erheblichen Steigerung der Spielst\u00e4rke im Bereich des Handballs -so wurde die 1. Mannschaft des fusionierten Oestrumer Turnvereins Kreismeister und scheiterte in der Niederrheinmeisterschaft des DT erst am sp\u00e4teren Deutschen Meister TV Oppum -zog der Zusammenschlu\u00df auch einen allgemeinen Aufschwung des gesamten Vereinslebens nach sich, wovon unter anderem das bereits erw\u00e4hnte Turntheater zeugt.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"643\" class=\"wp-image-3221\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Landesturnfest-Aachen1934-1024x643.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Landesturnfest-Aachen1934-1024x643.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Landesturnfest-Aachen1934-300x188.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Landesturnfest-Aachen1934-768x482.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>Teilnehmer am Landesturnfest 1934 in Aachen<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Um deutlich zu machen, da\u00df der Ursprung dieses neuen Vereins zwei Wurzeln hatte -der TV Oestrum 1895 und der TV Rheineiche -gab man sich den Namen \u201eTurnvereinigung Oestrum&#8220;. Vor diesem Hintergrund ist es verst\u00e4ndlich, da\u00df die aus dem TV Rheineiche stammenden Sportler sich emp\u00f6rten, als 1938 wieder der urspr\u00fcngliche Name des \u201eTV Oestrum 1895&#8243; angenommen wurde. Schlie\u00dflich erinnerte dieser Vereinsname nur noch an den TV Oestrum und nicht mehr an den TV Rheineiche. Die Fusion von 1928 brachte zugleich auch Farbe aufs Spielfeld: Neben der traditionellen Spielkleidung des TV Oestrum -bestehend aus schwarzen Hosen, schwarzen Stulpen und wei\u00dfen Trikots mit schwarzen Kragen -wurden jetzt auch blau-gelbe Trikots eingef\u00fchrt. Unter dem Vorsitz von Gerhard Keusemann und ab 1929 von Heinrich Bergmann entwickelte sich der Verein pr\u00e4chtig. Allein bei den Rheinhauser Jugendwettk\u00e4mpfen konnte der Wanderpreis f\u00fcr die beste Gesamtleistung drei Jahre in Folge nach Oestrum geholt werden. Auch die Turner machten wieder von sich Reden und stellten ihr K\u00f6nnen unter anderem bei den grossen Turnfesten in K\u00f6ln, Stuttgart, Breslau, Aachen und Coburg unter Beweis. Eine Leitfigur der Oestrumer Turner war in diesen Jahren Willi Benninghoff, der als Wehrmachtssoldat Mitte der 30er Jahre die einzigartige Gelegenheit hatte, vier Wochen in der Sportschule Berlin zusammen mit dem Turn-Kader der deutschen Olympia-Mannschaft f\u00fcr Berlin trainieren zu d\u00fcrfen. Beg\u00fcnstigt wurde die Entwicklung im Turnen mit der neuen Sporthalle der Schule an der Lange Stra\u00dfe, mit der den Oestrumern erstmals eine feste Turnst\u00e4tte zur Verf\u00fcgung stand.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sport unterm Hakenkreuz<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum neuen Reichskanzler gew\u00e4hlt wurde und die Nationalsozialisten in den darauffolgenden Monaten der Weimarer Republik ein Ende bereiteten, wurde schnell deutlich, wie engmaschig das System der NS-Diktatur Deutschland umfa\u00dfte. Nicht verschont blieb auch der Sport, der insbesondere f\u00fcr die Propaganda der Nazis n\u00fctzlich war, wie es auch die Inszenierung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zeigte.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wenngleich in den ersten Jahren des sogenannten Dritten Reiches die Struktur des althergebrachten Vereinswesens selbst kaum ver\u00e4ndert wurde, so waren doch die Gleichschaltungs-bestrebungen der Nazis auch im Bereich des Sports unverkennbar.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dazu geh\u00f6rte unter anderem die Aufl\u00f6sung der einzelnen Sportverb\u00e4nde: Bereits 1933 wurde der Deutsche Arbeiter-Turn- und Sportbund aufgel\u00f6st, 1934 folgten der Katholische Sportverband und die Deutsche Jugendkraft. Die Eigenst\u00e4ndigkeit dieser Verb\u00e4nde war nicht vereinbar mit jener NS-Ideologie, deren Ziel es war, ,,das vielfach planlose Nebeneinander von sportlichen Organisationen und Einrichtungen zu beseitigen und eine straffe Zusammenfassung der Turn- und Sportverb\u00e4nde durchzuf\u00fchren\u201c, wie es die damaligen Machthaber unmi\u00dfverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rten. Der Allgemeine Deutsche Turnerbund (ADT) wurde der Deutschen Turnerschaft (DT) angeschlossen und zusammen mit den noch verbliebenen Verb\u00e4nden 1934 organisatorisch dem \u201eReichsbund f\u00fcr Leibes\u00fcbungen&#8220; unterstellt.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n<blockquote class='third right last'><span class=\"quote\"><\/span><cite> - Sportvereine waren den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Daher hatten sie das Ziel: Das vielfach planlose Nebeneinander von sportlichen Organisationen und Einrichtungen zu beseitigen und eine straffe Zusammenfassung der Turn- und Sportverb\u00e4nde durchzuf\u00fchren<\/cite><\/blockquote>\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Zentralisierung des Sports hatte vor allen Dingen den Sinn, vormals selbst\u00e4ndige Organisationen in die Struktur des nationalsozialistischen Systems einzubinden und die einzelnen Vereine auf diese Weise besser kontrollieren und \u00fcberwachen zu k\u00f6nnen. Da\u00df den Machthabern mi\u00dfliebige Vereine dies alsbald zu sp\u00fcren bekamen, l\u00e4\u00dft sich in der hiesigen Sportszene verfolgen schlie\u00dflich war Rheinhausen f\u00fcr die Nationalsozialisten keine unbedeutende Ortschaft: Neben der kriegswichtigen Industrie eignete sich Rheinhausen ganz besonders f\u00fcr die Propaganda der nationalsozialistischen Bewegung, mit der Verleihung der Stadtrechte 1934 wurde Rheinhausen die zweifelhafte Ehre zuteil, j\u00fcngste Stadt im \u201eDritten Reich&#8220; zu sein, was mit gro\u00dfem Aufwand gefeiert wurde. Als derTurnerbund 05 Rheinhausen, der der Arbeitersportbewegung entstammte, sich weigerte, dem \u201eReichsbund f\u00fcr Leibes\u00fcbungen&#8220; beizutreten und damit der sportlichen Gleichschaltung zu folgen, fiel der Verein -wie auch der Kraftsportverein Hochemmerich -, der Zwangsaufl\u00f6sung zum Opfer. Zahlreichen Turnerbund-Mitgliedern, die weiterhin ihren Sport aus\u00fcben wollten, blieb nichts anderes \u00fcbrig, als sich anderen Vereinen in Rheinhausen anzuschlie\u00dfen. So beispielsweise der sehr erfolgreiche Turner Rudi Elsen, der zum TV Oestrum wechselte. Nat\u00fcrlich wirkte der Einflu\u00df des Nationalsozialismus auf die Vereine nicht allein durch anonyme Strukturen, sondern auch innerhalb des Vereins durch einzelne Mitglieder. Auch beim TV Oestrum wurde die politische Entwicklung unmittelbar sp\u00fcr-bar: DieTurnlehrerin Anni Senneberg, die 1924 ma\u00df-geblichen Anteil an der Gr\u00fcndung einer Turnerin-nen-Abteilung hatte und diese in den nachfolgen-den Jahren nach Kr\u00e4ften f\u00f6rderte, warb nun vehement f\u00fcr den \u201eBund Deutscher M\u00e4del&#8220; (BDM), einer NS-Organisation innerhalb der Hitler-Jugend. Neben Sport-und Freizeitaktivit\u00e4ten waren weltanschauliche Schulungsabende, bei denen national-sozialistische Rassenkunde und die Geschichte der NSDAP gelehrt wurden, wesentlicher Bestandteil des BDM-Programms. Ein Gro\u00dfteil der Oestrumer Turnerinnen weigerte sich jedoch, der Rheinhauser BDM-Ortsgruppe beizutreten, was der Verein zu sp\u00fcren bekam: So wurde den Oestrumer Turnerinnen ein Trainingsabend kurzerhand ersatzlos gestrichen, an dem fortan die bereits bestehende BDM-Ortsgruppe die Sporthalle an der Lange Stra\u00dfe benutzen durfte. Ein anderes Beispiel gibt der langj\u00e4hrige Vorsitzende Heinrich Bergmann, der innerhalb der Rheinhauser NSDAP eine F\u00fchrungsposition einnahm und wegen seiner politischen Aktivit\u00e4ten von den Alliierten nach Kriegsende f\u00fcr mehrere Jahre in Recklinghausen inhaftiert wurde. Diese Beispiele sollen anschaulich machen, wie umfassend der Nationalsozialismus sich Zugang zu allen Lebensbereichen verschaffte und dabei auch vor Sportvereinen keinesfalls halt machte. \u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" class=\"wp-image-3224\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Sport-unter-dem-Hakenkreuz-1024x614.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Sport-unter-dem-Hakenkreuz-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Sport-unter-dem-Hakenkreuz-300x180.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Sport-unter-dem-Hakenkreuz-768x460.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/>\r\n<figcaption>Sport unterm Hakenkreuz: Die Trikots machen es anschaulich.<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die folgenden Jahre l\u00e4hmten die Vereinsaktivit\u00e4ten imrner st\u00e4rker, bis der Zweite Weltkrieg schlie\u00dflich das Vereinsleben vollst\u00e4ndig zum Erliegen brachte. Insbesondere in den letzten Jahren des Krieges war an eine Aus\u00fcbung des Sportes angesichts der stetig schlechter werdenden Versorgungslage und der tagt\u00e4glichen Bedrohung durch Bombenangriffe nicht mehr zu denken. Als der Krieg im Mai des Jahres 1945 endlich sein Ende fand und viele St\u00e4dte in Schutt und Asche lagen, gab es zahlreiche Tote zu beklagen: Allein 68 Vereinsmitglieder des TV Oestrum und des TuRa Bergheim kehrten aus dem Krieg nicht mehr zur\u00fcck. Das \u201eDritte Reich&#8220; der Nationalsozialisten hatte einen Tr\u00fcmmerhaufen hinterlassen, in politischer, gesellschaftlicher und moralischer Hinsicht. In Anbetracht der schweren existentiellen Not der Bev\u00f6lkerung war das Interesse am Sport verst\u00e4ndlicherweise ganz und gar in den Hintergrund getreten. Hinzu kam, da\u00df neben der nahezu vollst\u00e4ndigen Aufl\u00f6sung der alten und gewachsenen Vereinsstrukturen auch die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Existenz der Vereine vorerst nicht gegeben waren. So hatten die Alliierten unmittelbar nach Kriegsende ein allgemeines Vereins- und Versammlungsverbot erlassen, das nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Sportvereine galt, zumal diese Bereiche als ein nicht unwesentliches Instrument der nationalsozialistischen Ideologie angesehen wurden.\u00a0<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zudem waren die einstigen Sportst\u00e4tten zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen. Am h\u00e4rtesten traf es hierbei den TV Oestrum: Der Sportplatz an der Eichenstra\u00dfe glich einem gro\u00dfen Schlachtfeld, auf dem sich Bombentrichter an Bombentrichter reihte. Die Handballtore hatten Verwendung als Brennholz gefunden ebenso wie die gro\u00dfen Holztore zur Platzanlage. Eine \u201eStunde Null&#8220; ihres Sports erlebten auch die Oestrumer Turner. Zwar hatten sie bei Ausbruch des Krieges vorsorglich ihre Turnger\u00e4te aus der Sporthalle an der Lange Stra\u00dfe in den Saal des Vereinslokals \u201eJ\u00e4gerhof&#8220; und zu einem nahegelegenen Bauernhof geschafft, doch erwiesen sich beide Vorsichtsma\u00dfnahmen im nachhinein als falsch. Denn w\u00e4hrend die Bergheimer Sporthalle den Krieg nahezu ohne gr\u00f6\u00dferen Schaden \u00fcberstand, wurde der Bauernhof von Bomben v\u00f6llig zerst\u00f6rt und im ,,J\u00e4gerhof&#8220; hatten Fremdarbeiter die noch \u00fcbriggebliebenen Ger\u00e4tschaften f\u00fcr eigene Zwecke demontiert oder zerst\u00f6rt. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck hatte hingegen der TuRa Bergheim: Seine erst 1930 feierlich eingeweihte Platzanlage an der Moerser Stra\u00dfe war von den Zerst\u00f6rungen des Krieges nahezu verschont geblieben.<\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<h3>\r\n\r\n<\/h3>\r\n<h3>Die Jahre des sportlichen Wiederaufbaus in Oestrum und Bergheim<\/h3>\r\n<p><strong>Trotz der widrigen Verh\u00e4ltnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die eine Aus\u00fcbung des Sports zun\u00e4chst unm\u00f6glich erscheinen lie\u00dfen, gab es bald erste Bem\u00fchungen, die Vereinsgemeinschaften wieder ins Leben zu rufen. Schlie\u00dflich hatte sich in den Anfangsjahren des Rheinhauser Sports gezeigt, wie wichtig Sportvereine auch f\u00fcr ein gesellschaftliches Miteinander sein konnten und welche Impulse aus ihnen hervorgingen.<\/strong><\/p>\r\n<p>Wiedergr\u00fcndungen alterVereine beziehungsweise Gr\u00fcndungen neuerVereine waren allein mit Genehmigung der Besatzungsm\u00e4chte m\u00f6glich. Um, neben dieser Kontrolle durch die Alliierten, einer k\u00fcnftigen Zentralisierung und vor allen Dingen Politisierung des Sports vorzubeugen, war in den westlichen Besatzungszonen der Sport zun\u00e4chst nur auf Landesebene organisiert.<\/p>\r\n<p>Der Zufall wollte es, da\u00df ausgerechnet im Jahre der \u201eStunde Null&#8220; das Jubil\u00e4um zum 50j\u00e4hrigen Bestehen des TV Oestrum anstand. An eine gro\u00dfe Feier war verst\u00e4ndlicherweise nicht zu denken. So war es in gewisser Weise eher von symbolischer Bedeutung, da\u00df zum Neubeginn rund 20 aus dem Krieg heimgekehrte Vereinsmitglieder sich an jenem in der alten Gastst\u00e4tte \u201eJ\u00e4gerhof&#8220; zusammenfanden, an dem an gleicher Stelle vor genau 50 Jahren der TV Oestrum aus der Taufe gehoben wurde.<\/p>\r\n<p>Zu ihnen, die wiederum M\u00e4nner der \u201eersten Stunde\u201c waren, geh\u00f6rten Willi Benninghoff, Jakob Bruckschen, Johann Fr\u00fctel, Gerhard Keusemann, Karl W. Klobes, Emil Schackert, Johann Schefels, Alfred Schiller und \u00c4nne Zahn. Dies war zugleich jener Kreis, der in den nachfolgenden Jahren erfolgreich den Verein anf\u00fchrte.<\/p>\r\n<p>Beim Treffen am Gr\u00fcndungstag konnten noch keine Ziele f\u00fcr die Zukunft des Oestrumer Turnvereins gesteckt werden, da das Ende des Krieges gerade einmal f\u00fcnf Monate zur\u00fccklag. Aber diese Zusammenkunft war eine unmi\u00dfverst\u00e4ndliche Willenserkl\u00e4rung, dort wieder zu beginnen, wo der Sport in Oestrum vor 1933 gestanden hatte. Schon im darauffolgenden Jahr konnte im Vereinslokal \u201eJ\u00e4gerhof\u201c eine Generalversammlung einberufen werden, die Johann Schefels zu ihrem Vorsitzenden, Jakob Brucksehen zu dessen Stellvertreter und Gerhard Keusemann zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer w\u00e4hlte. Die Zukunft der Handballer wurde in die H\u00e4nde von Karl W. Klobes gelegt. Da\u00df es sich hierbei keineswegs um einen provisorischen Vorstand handelte, zeigte sich in den nachfolgenden Jahren, in denen dieses \u201eOestrumer Quartett&#8220; das Vereinsleben entscheidend pr\u00e4gte. Abgel\u00f6st wurde Johann Schefels dann von Jakob Bruckschen, der in den 20er Jahren als erster Spielwart der Handballabteilung zu einem Pionier dieser Sportart in Oestrum geworden war und nun f\u00fcr viele Jahre den Vereinsvorsitz f\u00fchrte, ehe er aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden 1958 nicht mehr kandidierte. F\u00fcr seine zahlreichen Verdienste wurde Bruckschen, der im Verein den Spitznamen \u201eK\u00f6b\u201c trug, auch zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am 15. Juni 1962 verstarb Jakob Bruckschen. Seine Nachfolge als Vorsitzender trat Gerhard Keusemann an, der in den 60er Jahren wiederum vom ersten Nachkriegsvorsitzenden Johann Schefels abgel\u00f6st wurde. Auch dies ist ein Zeichen f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t innerhalb der Vereinsf\u00fchrung und f\u00fcr die Einsatzbereitschaft jener M\u00e4nner, die im Oktober 1945 den traditionsreichen Verein wieder ins Leben riefen.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4285\" style=\"width: 841px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4285\" class=\"wp-image-4285\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747.jpg\" alt=\"\" width=\"831\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747.jpg 2259w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747-300x174.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747-1024x595.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747-768x446.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747-1536x892.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1811-scaled-e1645373161747-2048x1189.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 831px) 100vw, 831px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4285\" class=\"wp-caption-text\">Platzanlage mit Umkleider\u00e4umen<\/p><\/div>\r\n<p>Um in der unmittelbaren Nachkriegszeit auch sportlich wieder aktiv werden zu k\u00f6nnen, galt es zun\u00e4chst, den Sportplatz an der Eichenstra\u00dfe wieder herzurichten. Wie 15 Jahre zuvor die Mitglieder des TuRa Bergheim ihren Platz in Eigenleistung schufen, so griffe nun die Oestrumer zu Hacke und Spaten und liegen gewisserma\u00dfen in \u201eHandarbeit\u201c aus dem \u201eTrichterfeld&#8220; erneut einen Sportplatz entstehen. Tore wurden aufgestellt und die Spieler der ersten Handballmannschaft mit umgearbeiteten Unterhemden ausgestattet, die als Trikots dienten.<\/p>\r\n<p>Es gab viel zu tun in diesen Jahren, denn alle Abteilungen mu\u00dften von Grund auf wieder formiert werden. So hatte der Krieg auch einen Schlu\u00dfstrich unter die sehr erfolgreiche Jugendarbeit im Handball gezogen. Im Mittelpunkt des Wiederaufbaus stand daher beim TV Oestrum die Arbeit mit dem Nachwuchs. Der Erfolg in der Jugendarbeit lie\u00df nicht lange auf sich warten und sorgte zugleich f\u00fcr einen kr\u00e4ftigen Aufschwung des gesamten Vereins. Bereits Ende der 40er Jahren spielten nicht weniger als 15 Handballmannschaften in den Farben des TV Oestrum. Und es mag kaum verwundern, da\u00df neben drei Seniorenmannschaften und einer Damenmannschaft\u00a0auch eine M\u00e4dchen- und eine Sch\u00fclerinnenmannschaft sowie drei Jugend- und sechs Sch\u00fclermannschaften um Tore und Punkte spielten . Angesichts dieser Entwicklung stellten sich bald auch sportliche Erfolge ein: Die erste Herrenmannschaft stieg in die Bezirksklasse auf, w\u00e4hrend die handballaktiven Damen Kreismeister wurden und im Endspiel um den Niederrhein-Pokal mit 2:3 nur denkbar knapp dem sp\u00e4teren Deutschen Meister im Damen-Handball, dem RSV M\u00fclheim unterlagen.<\/p>\r\n<p><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4289 alignleft\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"541\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-300x206.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-1024x703.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-768x528.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-1536x1055.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anfaenge-Tischtennis-2048x1407.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 541px) 100vw, 541px\" \/><\/a>Auch f\u00fcr den TuRa Bergheim waren die Jahre des Wiederaufbaus w\u00f6rtlich zu verstehen: Zwar hatte der Sportplatz in den Kriegsjahren keinen nennenswerten Schaden genommen, doch wurde bald der Wunsch nach einem Ausbau der Anlage laut. Vorangetrieben wurden diese Pl\u00e4ne vom damaligen Landrat Hugo Simecek, der 1950 und &#8217;51 zugleich Vereinsvorsitzender in Bergheim war. In dieser wirtschaftlich noch alles andere als gefestigten Zeit kam den TuRa-Sportlern erneut die gute Beziehung zur Zeche Diergardt-Mevissen zugute, die den Verein bei ihrem Ausbauvorhaben finanziell gro\u00dfz\u00fcgig unterst\u00fctzte. So konnte bereits 1949 im ersten Bauabschnitt mit der Errichtung von Kassenh\u00e4uschen, Zuschauerr\u00e4ngen, Umkleide- und Duschr\u00e4umen sowie einer Platzumrandung begonnen werden. Doch alles lief dabei nicht nach Plan: Nachdem sowohl die Zuschauerr\u00e4nge als auch die Umrandung des Sportplatzes<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>in Eigenarbeit nach vergleichsweise kurzer Bauzeit fertiggestellt werden konnten, blieben die Arbeiten an den Umkleider\u00e4umen im Rohbau stecken. Der Grund f\u00fcr diesen pl\u00f6tzlichen und unvorhergesehenen Baustopp war ein tragisches Ereignis, das die Bev\u00f6lkerung Rheinhausen ersch\u00fctterte: Am fr\u00fchen Morgen des 14. Juni 1951 waren durch einen Kurzschluss die Holzeinbauten im Schacht Diergardt I in Brand geraten, bei dem ein Schaden in Millionenh\u00f6he entstand und die F\u00f6rderung der Kohle f\u00fcr Monate unm\u00f6glich machte. Zwischenzeitlich wurde gar angenommen, da\u00df der Diergardt-Schacht durch diesen Unfall, bei dem ein Bergmann ums Leben kam, f\u00fcr immer \u201etot&#8220; sei. Angesichts dieses Ungl\u00fccks war es verst\u00e4ndlich, da\u00df die Unterst\u00fctzung der Zeche f\u00fcr den Ausbau zun\u00e4chst eingestellt wurde. Die noch ausstehenden Innenarbeiten der Umkleider\u00e4ume kamen daher nur langsam voran und konnten erst zum Jahresende 1952 fertiggestellt werden. Doch allzu lange konnte sich TuRa Bergheim seines neuen Platzes nicht erfreuen. Denn kaum waren die Ausbauarbeiten abgeschlossen, da meldete sich der Besitzer des Grundst\u00fcckes, der vorgab, das Gel\u00e4nde f\u00fcr den Bau von Siedlungen nutzen zu wollen und daher vom Verein eine weitaus h\u00f6here Pacht verlangte. Immer wieder kam es in den nachfolgenden Jahren zu weiteren Querelen, ehe 1958 die Stadt Rheinhausen das gesamte Gel\u00e4nde erwarb und dem Verein mit einen 50j\u00e4hrigen Pachtvertrag dieser Sorgen vorerst enthob.<\/p>\r\n<p>Die Erfahrungen mit dem totalit\u00e4ren System des Faschismus hatte gelehrt, wie schnell insbesondere die Jugend durch Organisationen und Verb\u00e4nde beeinflusst werden konnte. Vor diesem Hintergrund stand in der unmittelbaren Nachkriegszeit auch der Aufbau eines Sportvereins. Es galt, neben der Aus\u00fcbung des Sports in der Gemeinschaft auch demokratische und ethische Werte zu vermitteln. Dass diese Aufgabe durchaus wahrgenommen wurde, zeigt die Haltung des verdienstvollen TuRa Vorsitzenden Dr. Julius Sturhahn, der ab 1952 f\u00fcr \u00fcber zehn Jahre an der Spitze des Vereins stand. Im Juni 1952 richtete Sturhahn in diesem Sinne das Wort an die Mitglieder des Vereins: \u201eIm allgemeinen Wirtschaftsleben kann aber nur konkurrenzf\u00e4hig bleiben, wer mit H\u00f6chstleistungen aufzuwarten hat. So verlangt auch dieser nach wirtschaftlichen Gesetzen angetretene Sport von seinen Jungen, wenn sie sich ihm verschrieben haben, jene technischen und artistischen H\u00f6chstleistungen, die von den zahlenden Zuschauern gefordert werden.&#8220; Und er warnte in gleichsam eindringlichen wie auch beeindruckenden Worten davor, ,,da\u00df dieser Geist der technischen und gesch\u00e4ftlichen Auffassung vom Sport nicht in unsere heutige Jugend eindringt, denn die Art der Sportauffassung steht im sch\u00e4rfsten Gegensatz zur kulturellen Aufgabe des Sports.&#8220; Nach seiner Auffassung z\u00e4hlt der Sport \u201ezur Gesamterziehung des jungen Menschen&#8220; und \u201earbeitet mit der geistigen und musischen Erziehung Hand in Hand.\u201c<\/p>\r\n<p>Die Aufbaujahre bescherten dem TuRa Bergheim auch eine neue Sportart: Erstmals in der Vereinsgeschichte konnte jetzt im Verein Tischtennis gespielt werden. Neu war dieser Sport in Rheinhausen allerdings nicht: Bereits in den 30er Jahren waren die \u201ePing-Pong-Clubs&#8220; Gr\u00fcn-Wei\u00df Rheinhausen und Blau-Gold Rheinhausen gegr\u00fcndet worden, die besonders bei der Austragung der Tischtennis-Stadtmeisterschaften miteinander konkurrierten. Trotz des neuen TuRa-Zuwachses dominierte aufgrund der langj\u00e4hrigen Erfahrung Gr\u00fcn-Wei\u00df Rheinhausen auch nach dem Krieg noch viele Jahre in dieser Sportart.<\/p>\r\n<p>Seinen Anfang nahm die Tischtennis-Abteilung ein wenig abseits vom allgemeinen Sportgeschehen: So fanden sich einige Tischtennisbegeisterte 1948 zun\u00e4chst im M\u00fchlenberger Hof zusammen. Gespielt wurde auf zusammengestellten Tischen der Gastst\u00e4tte, die zumindest die Illusion eines \u201enormalen\u201c Sportger\u00e4tes vermittelten. Auf Dauer aber war dies kein tragbarer Zustand, und so kn\u00fcpfte Emil Ganelhoff Kontakte zu TuRa Bergheim, die schlie\u00dflich zur Aufnahme beim TuRa Bergheim f\u00fchrten. Jetzt gab es ein \u201erichtiges Spiellokal&#8220; &#8211; gespielt wurde im Saal von Behmburg -, \u201erichtige&#8220; Trikots in den Farben Gr\u00fcn und Schwarz, und beinahe auch \u201erichtige\u201c Tischtennisplatten: So mu\u00dfte nicht mehr auf einfachen Kneipentischen gespielt werden, da die neuen TuRa-Sportler Spanplatten kauften, diese auf die erforderlichen Ma\u00dfe zurechtschnitten und auf B\u00f6cke stellten. Zu den Gr\u00fcndern geh\u00f6rten neben Emil Gangelhoff unter anderem auch Willi Jansen und Karl Sch\u00e4fer, der zum ersten Abteilungsleiter gew\u00e4hlt wurde und dieses Amt bis 1958 aus\u00fcbte. Sehr bald schlo\u00df sich der neuen Abteilung auch G\u00fcnter John an, der heute noch seinen Sport in der Tischtennis-Abteilung des VfL Rheinhausen aktiv betreibt. So recht ernst genommen wurde der Tischtennissport zumindest in den Anfangsjahren noch nicht, was die junge Abteilung in einer Festzeitschrift auch in Versen zum Ausdruck brachte:<\/p>\r\n\r\n<p class=\"has-large-font-size\">\u201eDer Tischtennissport in unserem Land<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Das ist wohl weit und breit bekannt,<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Steht sehr oft auf verlorenem Posten.<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Das zu erkl\u00e4ren ist nicht schwer,<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Denn er bringt von jeher F\u00fcr den Hauptverein nur Unkosten.<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Das man daher von oben auf uns blickt<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Und nicht gerade ist entz\u00fcckt<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">H\u00f6rt man immer wieder.<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Ach, Ping Pong h\u00f6rt man hier und dort,<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Ist das denn auch schon ein Sport,<\/p>\r\n<p class=\"has-large-font-size\">Das ist doch was f\u00fcr m\u00fcde Krieger.\u201c<\/p>\r\n\r\n<p>Vom Domizil Im Saale Behmenburg durften die Tischtennisspieler zwar zur Sporthalle an der Lange Stra\u00dfe umziehen, wurden dort allerdings erst einmal in den Heizungskeller \u201everbannt&#8220;, ehe sie im wahrsten Sinne des Wortes \u201eaufstiegen&#8220; und nach einigen Lehrjahren ihren Sport in der Turnhalle aus\u00fcben konnten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_4291\" style=\"width: 855px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4291\" class=\"wp-image-4291\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"845\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-300x114.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-1024x390.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-768x293.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-1536x586.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bus-im-Rhein-2048x781.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 845px) 100vw, 845px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4291\" class=\"wp-caption-text\">Der TuRa-Bus landete im Rhein<\/p><\/div>\r\n<p>Nahtlos an die gro\u00dfen Erfolge der 30er Jahre kn\u00fcpften die Feldhandballer des TuRa Bergheim an. Die erste Herrenmannschaft konnte 1948 im Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Hasse-Winterbeck sogar ein beachtliches 13:13 Unentschieden erzielen. Welchen Stellenwert dieses Remis f\u00fcr die Bergheimer hatte, zeigt auch die \u201ePr\u00e4mie\u201c, die die Mannschaft aus den H\u00e4nden des Vorstandes f\u00fcr ihre Leistung entgegennehmen konnte: Alle Spieler wurden mit roten Handballschuhen ausger\u00fcstet &#8211; f\u00fcr diese Zeit eine kleine Sensation, wie sich heute noch Torwart Hans Nellen erinnert. Nellen stand f\u00fcr Tura 25 Jahre zwischen den Pfosten und meisterte noch in einem f\u00fcr Sportler fortgeschrittenen Alter den Wechsel vom Feld- zum Hallenhandball. Die Mannschaft spielte bis 1954 in der h\u00f6chsten Spielklasse. Zwar gelang ihr 1955 der sofortige Wiederaufstieg, aber leider w\u00e4hrte der Erfolg nicht lange. Bereits im darauffolgenden Jahr mu\u00dfte erneut und diesmal endg\u00fcltig der Weg in die untere Klasse angetreten werden. Da\u00df vieles trotz der herausragenden Leistungen und der gro\u00dfen Erfolge in den Anfangsjahren noch provisorisch war, zeigt eine kleine Episode aus dem Jahre 1948: Zu einem Ausw\u00e4rtsspiel in Meiderich fuhr die Mannschaft mit einem Reisebus, wobei die andere Rheinseite nicht \u00fcber Br\u00fccken erreicht werden konnte &#8211; diese waren noch allesamt zerst\u00f6rt-, sondern mit der F\u00e4hre in Essenberg. Am rechten Rheinufer dann geschah der Unfall: Durch die Fluten des Hochwassers richtete sich die F\u00e4hre beim Anlegeman\u00f6ver leicht auf, so da\u00df der Bus nach hinten rollte und alle Spieler ihr Heil in der Flucht suchten. Nach dem ersten Schrecken wurden dann die Sporttaschen aus dem halb im Wasser liegenden Bus geborgen, ehe mit vereinten Kr\u00e4ften das Gef\u00e4hrt wieder aus dem Rhein gezogen werden konnte. Nur wenig sp\u00e4ter eilte die Nachricht durch Bergheim:\u201eTuRa ist abgesoffen!&#8220; Doch gl\u00fccklicherweise kam niemand zu Schaden, so da\u00df dieser Unfall nicht zum Ungl\u00fcck wurde, sondern als Anekdotein den Reihen der Vereinsmitglieder weitererz\u00e4hlt wurde.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4290\" style=\"width: 446px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4290\" class=\"wp-image-4290\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"436\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-300x185.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-1024x632.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-768x474.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-1536x948.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Aufstieg-1952-2048x1264.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 436px) 100vw, 436px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4290\" class=\"wp-caption-text\">Die Mannschaft, die den Aufstieg 1952 erbrachte.<\/p><\/div>\r\n<p>Handball war vor dem Krieg die Bergheimer Paradesportart, und sie blieb es auch noch nach dem Kriege. Ein wenig darunter zu leiden hatten die Tura- Fu\u00dfballer, die durch die Erfolge im Handball etwas in den Hintergrund r\u00fcckten. Doch das gro\u00dfe Engagement der begeisterten Fu\u00dfball-Anh\u00e4nger, wie W. Waschnewski, Karl Gassmann und Peter Minhorst, wurde schlie\u00dflich 1952 mit dem Aufstieg der Mannschaft in die Bezirksklasse belohnt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<h3>\u201eLegend\u00e4re&#8220; Oktoberfeste und ein neues Standbein: Der TV Oestrum in den 60er Jahren<\/h3>\r\n<p><strong>Ein wenig schienen die Oestrumer Sportler dem ausgefallenen Jubil\u00e4um zum 50j\u00e4hrigen Bestehen 1945 noch in den 60er Jahren nachzutrauern, denn in dieser Zeit wurden die Gr\u00fcndungsfeste umso ausgiebiger gefeiert. Oftmals waren es drei Tage, an denen es beim TV Oestrum im Saal des Vereinslokals hoch her ging. Doch bald schon schienen diese Feste wiederum ein Opfer fehlender R\u00e4umlichkeiten zu werden, da der Festsaal mittlerweile zu einem M\u00f6bellager umgewandelt worden war.<\/strong><\/p>\r\n<p>Not macht bekanntlich erfinderisch und so wurde die Idee geboren, ein Festzeit zu errichten, das erstmals zum 65j\u00e4hrigen Bestehen neben der Friedenseiche zu stehen kam, sp\u00e4ter dann auf dem Sportplatz errichtet wurde. Was damals eher ein Provisorium und Notbehelf war, wurde schon bald zu einer festen Einrichtung. In den kommenden Jahren wurden in den Festzeiten nicht allein Vereinsjubil\u00e4en gefeiert, sondern auch &#8211; wegen ihrer einzigartigen Atmosph\u00e4re &#8211; die \u201elegend\u00e4ren\u201c Oktoberfeste, die seit 1967 durchgef\u00fchrt wurden. Mit seinen Getr\u00e4nke-, W\u00fcrstchen-, Schie\u00df- und Wurfbuden sowie mit seinen Kinderkarussels glich das Gel\u00e4nde rund um den alten Sportplatz an der Eichenstra\u00dfe an diesen turbulenten Tagen weitmehr einem gro\u00dfem Vergn\u00fcgungsplatz. Im Zelt gab es Tanzabende f\u00fcr die \u00e4ltere Generation und Beatnachmittage f\u00fcr die J\u00fcngeren, so da\u00df die Oktoberfeste des TV Oestrum den Rang echter Volksfeste besa\u00dfen, die weit \u00fcber den Kreis der Vereinsmitglieder hinaus begeistert angenommen wurden. Zum Rahmenprogramm geh\u00f6rten auch Handballspiele gegen namhafte Gastvereine sowie turnerische und leichtathletische Darbietungen. Anl\u00e4\u00dflich des 70j\u00e4hrigen Bestehens, bei dem B\u00fcrgermeister Johann Asch herausstellte, da\u00df der \u00e4lteste Rheinhauser Sportverein viel f\u00fcr die Stadt geleistet habe, konnten zudem die Schl\u00fcssel f\u00fcr die neuen Umkleider\u00e4ume \u00fcbergeben werden.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4292\" style=\"width: 548px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4292\" class=\"wp-image-4292\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"538\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-300x206.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-1024x702.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-768x526.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-1536x1053.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fahne-im-Festzelt-2048x1404.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4292\" class=\"wp-caption-text\">Die alten Vereinsfahnen und die Fahne der Turnerjugend werden ins Festzelt getragen.<\/p><\/div>\r\n<p>Diese Feste zeigten, wie tief der traditionsreiche Verein im gesellschaftlichen Leben des Ortsteils verwurzelt war, sie konnten jedoch nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, da\u00df bis in die 60er Jahre hinein der TV Oestrum teilweise noch mit der Last der Nachkriegszeit zu k\u00e4mpfen hatte, insbesondere bei der Herrichtung und Pflege der Platzanlage: &#8222;Unser Platz soll sch\u00f6ner werden&#8220;, lautete daher auch das Motto des im Verein gegr\u00fcndeten \u201eArbeitskreises Sportplatzgestaltung&#8220;. So errichtete auf der Anlage an der Eichenstra\u00dfe Oberturnwart Willi Benninghoff eine \u201eTurnecke&#8220;, in der ein Reck, ein Sch\u00fcler- und ein M\u00e4nnerbarren sowie ein Ger\u00fcst f\u00fcr Ringe aufgestellt wurde. Im Sp\u00e4therbst montierte Benninghoff allj\u00e4hrlich die abnehmbaren Teile der Turnger\u00e4te ab und bewahrte sie bis zum n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr in seinem Heizungskeller auf. \u00dcberaus m\u00fchselig war auch die Instandhaltung der Anlage: 1963 wurden vor Beginn der Schlechtwetterzeit insgesamt 45 Wagenladungen Erde und Asche f\u00fcr die Planierung aufgetragen und von den Mitgliedern verteilt . Nachdem das Training der noch jungen Leichtathletik-Abteilung, die sich nach und nach aus den Turn-Riegen des TV Oestrurn entwickelt hat, vor\u00fcbergehend aufgrund der schlechten Platzbeschaffenheit ganz eingestellt werden mu\u00dfte, wurde die 100-Meter-Sprintstrecke um eine weitere Laufbahn erweitert. Somit konnten an der Eichenstra\u00dfe auch Leichtathletik-Wettk\u00e4mpfe ausgetragen werden.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4293\" style=\"width: 686px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4293\" class=\"wp-image-4293\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"676\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-300x131.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-1024x448.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-768x336.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-1536x673.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Damenhandballmannschaft-1948-2048x897.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 676px) 100vw, 676px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4293\" class=\"wp-caption-text\">Unsere Nachkriegs Handballdamenmannschaft (Foto aus dem Jahr 1948)<\/p><\/div>\r\n<p>Die Erweiterungsarbeiten der Sportanlage mit dem Kuriosum der \u201eFreiluft-Turnecke&#8220; zeigen die Probleme beim TV Oestrum: Der Verein wuchs schneller als die zur Verf\u00fcgung stehenden Sportst\u00e4tten. Allein von 1958 bis 1960 stieg die Zahl der Mitglieder von 95 auf 331. Und diese Tendenz hielt auch in den nachfolgenden Jahren unvermindert an. 1962 z\u00e4hlte der TV Oestrum 485 Mitglieder, 1963 waren es schon 519. Einen gro\u00dfen Aufschwung erlebte dank des unerm\u00fcdlichen Einsatzes der beiden \u00dcbungsleiterinnen Inge Zahn und Sonja Schmied in diesen Jahren die Kinderabteilung der Turner. So waren die Kinderturnfeste, zu denen Kinder mit ihren Eltern eingeladen wurden, sehr beliebt und mu\u00dften aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen in der gr\u00f6\u00dferen Friedrich-Br\u00fccker-Schule durchgef\u00fchrt werden. Schon bald reichten die angebotenen Turnstunden nicht mehr aus und so entstanden in der Halle an der Lange Stra\u00dfe Engp\u00e4sse im Sportbetrieb. Zeitweilig war der Verein Anfang der 60er Jahre gezwungen, Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen abwechselnd nur alle 14 Tage zu betreuen. 100 Kinder waren in den Turnstunden keine Seltenheit. Hinzu kamen ungl\u00fcckliche Entscheidungen der Stadtverwaltung: Ausgerechnet in den Wintermonaten, in denen die Turner ausschlie\u00dflich auf ihre Halle an der Lange Stra\u00dfe angewiesen waren, wurden 1963 l\u00e4ngst f\u00e4llige Renovierungsarbeiten ausgef\u00fchrt. Von ein einem \u201eSchildb\u00fcrgerstreich der Stadt&#8220; war seinerzeit in der Lokalpresse zu lesen. Zwar konnten die Turner auch sportliche Erfolge erzielen, wie beispielsweise Erwin Schackert, der bei den Turnsch\u00fclern die Stadtmeisterschaft errang, doch r\u00fcckte hier mehr und mehr der Breitensport in den Vordergrund. Das neu eingef\u00fchrte \u201eEhepaareturnen\u201c sowie das \u201eTurnen f\u00fcr Mutter und Kind&#8220; seien hierf\u00fcr stellvertretend genannt.<\/p>\r\n<p>Das ber\u00fchmte \u201eWechselbad&#8220; sportlicher Erfolge und Mi\u00dferfolge durchschritt die 1. Herren-Handballrnannschaft des TV Oestrurn : Zweimal gelang ihr Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre der Aufstieg in die Landesliga, doch beide Male mu\u00dfte das Team nach zweij\u00e4hriger \u201eLandesliga-Luft&#8220; wieder den Weg in die Bezirksliga antreten. Stabilisiert werden konnten die Leistung erst mit dem Oberligaspieler Willi Breuch, der vom Lokalrivalen TuS Rheinhausen nach Oestrurn wechselte und hier als Spielertrainer das Team nunmehr zum dritten Male in die Landesliga f\u00fchrte. Ende der 60er Jahre konnte der TV Oestrurn auch die Fr\u00fcchte seiner \u00fcberaus intensiven Jugendarbeit ernten: So gelang es der C-Jugend 1969\/70, sowohl auf dem Feld als auch in der Halle die Kreis und die Bezirksmeisterschaft nach Oestrum zu holen.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4295\" style=\"width: 517px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4295\" class=\"wp-image-4295\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"507\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-300x190.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-1024x648.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-768x486.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-1536x971.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/75-Meterlauf-2048x1295.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 507px) 100vw, 507px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4295\" class=\"wp-caption-text\">Auf die Pl\u00e4tze &#8211; fertig -&#8230; unsere LA-Sch\u00fclerinnen am Startzum 75 m-Lauf (hier im Duisburger Stadion)<\/p><\/div>\r\n<p>Das Erreichen des Endspiels um die Niederrheinmeisterschaft Anfang der 50er Jahre war f\u00fcr die Oestrumer Handballerinnen ein erster sportlicher H\u00f6hepunkt, zugleich aber auch ein vor\u00fcbergehender Abschlu\u00df des traditionellen Damenhandballs im Verein. Erst nach mehrj\u00e4hriger Unterbrechung konnte 1966 erstmals wieder eine Sch\u00fclerinnenmannschaft gemeldet werden, die den Grundstock f\u00fcr eine erneute Aufbauarbeit darstellte und nur ein Jahr sp\u00e4ter die Niederrheinmeisterschaft erringen konnte. 1968 folgte dann eine Mannschaft der weiblichen Jugend sowie eine Damenmannschaft. Der Wiederautbau erfolgte gerade noch rechtzeitig, da sich in diesen Jahren der Handballsport in zunehmendem Ma\u00dfe vom Feld in die Halle verlagerte. Dennoch war beim TV Oestrum verlorenes Terrain wiedergutzumachen, wie eines der ersten Freundschaftsspiele der Damenmannschaft zeigte: So unterlagen die Oestrumerinnen 1969 der zweiten Garnitur von TuRa Bergheim mit 5:7. Lange Zeit war die Leichtathletik-Abteilung des TV Oestrurn eine Art \u201eStiefkind\u201c des Vereins. Zum einen war hierf\u00fcr die nur\u00a0Leichtathleten in den 60er Jahren nicht immer leicht, die ihnen geb\u00fchrende Anerkennung zu erhalten. Dennoch konnte besonders der Nachwuchs auch hier bei Kreiswaldlaufmeisterschaften, Bahner\u00f6ffnungsk\u00e4mpfen und Staffeltagen Siege und gute Platzierungen erreichen. Zu den wohl sch\u00f6nsten Erfolgen geh\u00f6rt der Staffelerfolg der Oestrumer Sch\u00fclerinnen, die sich bei einem Frauen- und M\u00e4dchensportfest im Duisburger Wedaustadion sogar gegen die starke Konkurrenz von Bayer Leverkusen und Eintracht Duisburg durchsetzen konnte.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4297\" style=\"width: 506px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4297\" class=\"wp-image-4297\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855.jpg\" alt=\"\" width=\"496\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855.jpg 2067w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-300x201.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-768x513.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-1400x933.jpg 1400w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-1536x1027.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-2048x1369.jpg 2048w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMG_1818-scaled-e1645373786855-900x600.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4297\" class=\"wp-caption-text\">Kniend von links nach rechts: Gerhard Schefels, Willi Schleppers. Stehend: Kurt Buchwald (1. Vorsitzender), Helmut Lagger, Heinz-Wilhelm Euler, Rolf Streit, Oskar Nogly, Hilmar Bauer.<\/p><\/div>\r\n<p>Ende der 60er Jahre bekam der TV Oestrum ein neues sportliches Standbein: Auf Initiative von Kurt Buchwald wurde 1968 eine Tischtennis-Abteilung gegr\u00fcndet, die sich in k\u00fcrzester Zeit im Verein, aber auch im Moerser Tischtennis-Kreis etablierte. Bereits 1969 konnten zwei Senioren- und zwei Jugendmannschaften angemeldet werden, wobei der ersten Seniorenmannschaft mit 40:0 Punkten souver\u00e4n der Aufstieg in die 1. Kreisklasse gelang. Und in den Jahren 1969 und 70 trat die noch junge Tischtennis- Abteilung gleich zweimal als Ausrichter der Rheinhauser Stadtmeisterschaften in Erscheinung. Diese rasante Entwicklung ist in erster Linie Kurt Buchwald zu verdanken, der auch f\u00fcr den Gesamtverein\u00a0alsbald ein wichtiger Mann werden sollte:\u00a0Der Gr\u00fcnder der Oestrumer Tischtennis-Abteilung wurde 1969 stellvertretender Vorsitzender des TV Oestrum, hatte 1971 als neuer Vereinsvorsitzender wesentlichen Anteil an der Fusion mit TuRa Bergheim und trug sich in die Geschichte des Vereins als erster Vorsitzender des neuen VfL Rheinhausen ein, wovon an anderer Stelle noch ausf\u00fchrlich berichtet wird.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<h3><strong>\u201eDurchwachsene&#8220; Jahre bei TuRa Bergheim<\/strong><\/h3>\r\n<p><strong>Die 60er Jahre bei TuRa Bergheim waren in etwa das, was man aus sportlicher Sicht als \u201edurchwachsen\u201c bezeichnen kann. Stellvertretend f\u00fcr die wechselvolle Entwicklung des Vereins in dieser Zeit k\u00f6nnen hierf\u00fcr die Geschicke der Bergheimer Fu\u00dfball-Abteilung stehen: Die fr\u00fchen Erfolgen in den ersten Spielzeiten vor dem zweiten Weltkrieg lagen weit zur\u00fcck und wiederholten sich nicht mehr.<\/strong><\/p>\r\n<p>1954 stieg die 1. Mannschaft in die Kreisklasse ab in der sie in den nachfolgenden Jahren &#8211; trotz zum Teil beachtlicher Leistungen &#8211; auch verblieb. Zwar stellten die TuRa-Kicker ihre Aufstiegs-Ambitionen mit guten Platzierungen Jahr f\u00fcr Jahr unter Beweis, doch der ganz gro\u00dfe Erfolg blieb ihnen verwehrt. Besonders bitter verliefen f\u00fcr TuRa die beiden Spielzeiten in den Jahren 1957 und 1961. So sah es am 12. Mai 1957 im Entscheidungsspiel um den Aufstieg alles nach einem Erfolg der TuRa-Fu\u00dfballer aus, die zw\u00f6lf Minuten vor Schlu\u00df gegen TuS Rheinberg schon mit 4:2 f\u00fchrten. Doch zum Spielende mu\u00dften die Bergheimer noch den Ausgleich hinnehmen und verloren die Begegnung in der anschlie\u00dfenden Verl\u00e4ngerung sogar noch mit 4:5. Auch im Jahr 1961 schien der Aufstieg bereits unter Dach und Fach zu sein. Denn TuRa hatte die Vizemeisterschaft errungen, musste aber aufgrund einer neuen Gruppeneinteilung weiter in der Kreisklasse spielen. Auch die anschlie\u00dfende Verj\u00fcngung der Mannschaft brachte nicht den erw\u00fcnschten Erfolg.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\r\n<p>Was bei den Herrenmannschaften nicht so recht gl\u00fccken wollte, wurde in gewisser Weise durch den Aufschwung im Nachwuchsbereich wieder ausgeglichen, an dem zun\u00e4chst Willi Fiedler, sp\u00e4ter dann Uli Dohmen gro\u00dfen Anteil hatte. Bisweilen k\u00e4mpften im TuRa-Trikot bis zu neun Jugendmannschaften in den verschiedenen Jugendklassen um Tore und Punkte. Dieser intensiven Jugendarbeit im Fu\u00dfball, aber auch dem Aufschwung der Jugendturnabteilung, in der unter Leitung von Gertrud Zita allein \u00fcber 60 M\u00e4dchen aktiv waren, ist es zu verdanken, da\u00df die Zahl der TuRa-Mitglieder bis 1963 auf 550 anstieg.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_4301\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4301\" class=\"wp-image-4301\" src=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-scaled.jpg 2560w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-300x207.jpg 300w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-1024x708.jpg 1024w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-768x531.jpg 768w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-1536x1061.jpg 1536w, https:\/\/vfl-rheinhausen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abstieg-aus-Bezirksklasse-1955-2048x1415.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4301\" class=\"wp-caption-text\">So kann man den Abstieg aus der Bezirksklasse 1955 auch begehen: 1. Fu\u00dfballmannschaft TuRa Bergheim<\/p><\/div>\r\n<p>Einen der gr\u00f6\u00dften Erfolge im Fu\u00dfballjugendbereich konnte 1967 die A-Jugend unter ihrem damaligen Trainer Heinz Kunath erzielen: In der Niederrheinmeisterschaft errangen sie den zweiten Platz und konnten &#8211; da das erstplazierte Team vom VfL Benrath verzichtete &#8211; sogar um die Westdeutsche Meisterschaft spielen.<\/p>\r\n<p>Im Kreis von so renommierten Vereinen wie dem 1. FC K\u00f6ln und dem Vfl Bochum erreichte der Bergheimer Fu\u00dfballnachwuchs den beachtlichen dritten Platz. Diese Erfolge machten nat\u00fcrlich die gr\u00f6\u00dferen Nachbarvereine auf die jungen Tura-Fu\u00dfballer aufmerksam, die mit reizvollen Angeboten umworben wurden. Bestes Beispiel hierf\u00fcr ist Kurt Rettkowski, der einen Profi-Vertrag beim Bundesligisten\u00a0MSV Duisburg erhielt.<\/p>\r\n<p>Vergleichbar war auch das Schicksal der Tischtennisabteilung. Zun\u00e4chst waren die Mannschaften im TI-Kreis Moers organisiert, wechselten aber 1952 &#8211; wegen der weitaus k\u00fcrzeren Anfahrtswege zu den Ausw\u00e4rtsspielen &#8211; in den seinerzeit leistungsst\u00e4rkeren Kreis von Duisburg\/ M\u00fclheim. Hierdurch blieb das oberste Ziel der 1. Herrenmannschaft beschr\u00e4nkt auf den Verbleib in der 1. Kreisklasse, zumal talentierte Nachwuchsspieler, die aus der eigenen Jugend hervorgegangen waren, regelm\u00e4\u00dfig zu den Konkurrenzvereinen\u00a0der Umgebung wechselten. Zeitweilig mu\u00dfte in der Tischtennisabteilung das Jugendtraining sogar ganz eingestellt werden. Einen kleinen Erfolg konnte in diesen Jahren allein die 2. Herrenmannschaft verbuchen, die 1957 gleichfalls in die 1. Kreisklasse aufstieg, aber 1962 wieder abstieg. Als endlich Ende der 60er Jahre mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse neue Ziele h\u00e4tten gesteckt werden k\u00f6nnen, stand die Tischtennis-Abteilung vor dem \u201eAus&#8220;: Nur noch wenige Spieler verblieben bei TuRa Bergheim, mit denen nicht einmal eine einzige Herrenmannschaft aufgestellt werden konnte. So blieb nichts anderes \u00fcbrig, als den Spielbetrieb einzustellen und die 1948 gegr\u00fcndete Abteilung nach 20 Jahren wieder aufzul\u00f6sen. Damit gab es bei TuRa Bergheim und beim TV Oestrum parallele Entwicklungen, wenn auch unter anderen Vorzeichen: Denn w\u00e4hrend der Tischtennissport sich in Bergheim verabschiedete, lebte er in Oestrum zur gleichen Zeit wieder auf. Allerdings waren an der Neugr\u00fcndung beim TV Oestrum keine ehemaligenTuRa-Spieler beteiligt. Sie stie\u00dfen erst sp\u00e4ter und vereinzelt zur neuen Oestrumer Abteilung hinzu.<\/p>\r\n<p>Paradedisziplin beiTuRa war und blieb der Handballsport, wenngleich es auch hier nicht immer rosig aussah. So war zum \u201eGoldjubil\u00e4um&#8220; des Vereins 1963 im Duisburger General-Anzeiger zu lesen: ,,Von alter Zeiten Glanz allerdings zehrt noch die Handballabteilung, ehemals Stolz des Vereins. Jedoch &#8211; aus lediglich einer einzigen Nachwuchsmannschaft\u00a0kann man schlie\u00dflich keine hervorragende erste Mannschaft aufbauen! Aber auch das wird sich hoffentlich \u00e4ndern!\u201c Ganz neue Akzente wurden in der Handballabteilung 1955 gesetzt: Nachdem beim TV Oestrum schon in den 30er Jahren der Damenhandballsport regen Zuspruch gefunden hatte, entdeckten nun auch die Bergheimer Sportlerinnen diese Disziplin f\u00fcr\u00a0sich. Innerhalb weniger Jahre konnten gleich mehrere Damen- und M\u00e4dchenmannschaften aufgestellt werden.<\/p>\r\n<p>Von Beginn an dabei war lnge Gogolla, die nach eigenen Worten aus einer \u201eganz verr\u00fcckten Bergheimer Handball-Familie&#8220; stammt. Der Wechsel vom Feld in die Halle bereitete ihr Ende der 60er Jahre zwar keine gro\u00dfe M\u00fche, doch betrachtet sie die Entwicklung des Handballsports, der nach ihrer Einsch\u00e4tzung fr\u00fcher mehr Technik erforderte und heutzutage eher aus Kampf und Athletik besteht, ein wenig mit Wehmut. Ungeachtet zahlreicher Verletzungen blieb sie ihrem Sport bis heute treu und kann\u00a0im Jahre des 1 00j\u00e4hrigen Vereinsbestehens auf ein pers\u00f6nliches und \u00fcberaus ungew\u00f6hnliches Jubil\u00e4um zur\u00fcckblicken: Seit nunmehr 40 Jahren ist sie bei TuRa Bergheim beziehungsweise beim VfL Rheinhausen aktiv als Spielerin dabei.<\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort des Verfassers &#8211; Lothar Schr\u00f6der 100 Jahre sind ein langer und in seiner Ereignisvielfalt nur schwer vorstellbarer Zeitraum, selbst wenn der Blick in die Vergangenheit auf das enge Umfeld des Vfl Rheinhausen begrenzt bleibt. 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